Sagt man „AEA“, denkt man „der Mann, der das Bändchenmikrofon gerettet hat“. Und das ist keine Übertreibung – denn ohne Wes Dooley und seine Werkstatt in Pasadena wäre einer der unverwechselbarsten Klänge der Aufnahmegeschichte vielleicht für immer verschwunden.
Die Geschichte beginnt mit Liebe. Wes Dooley verliebte sich mit 18 in Bändchenmikrofone, als sein Mentor – der legendäre Engineer Wally Heider – ihm zeigte, wie man eine ganze Band mit einem einzigen RCA-44-Mikrofon aufnimmt. Dieser Klang – warm, räumlich, aus der Nähe mit seinem unverkennbaren „Voice of God“-Charakter – ließ ihn nie wieder los. 1976 begann Dooley, RCA-44BX-Mikrofone zu reparieren und zu warten, und besuchte sogar Jon Sank, den Chefingenieur von RCA in Camden, New Jersey, der ihm persönlich die Technik des Einbaus und Spannens von Bändchen beibrachte – und ihm einen Vorrat an originalem Bändchenmaterial und eine Bändchen-Riffelmaschine überließ, die AEA bis heute verwendet.
1998 – nachdem Dooley Anfang der 1990er-Jahre gegen Krebs gekämpft und alles neu bewertet hatte, was er mit seinem Leben tun wollte – veröffentlichte AEA seine eigene Version des Klassikers: das R44C, ein exakter Nachbau des RCA 44BX aus ausschließlich von AEA gefertigten Teilen. Die Reaktion der Branche war unmittelbar: Les Paul nannte es sein Lieblingsmikrofon, und Engineers und Produzenten wie Bruce Swedien und Shawn Murphy griffen regelmäßig danach. Eine Zahl sagt alles: Bei mehr als der Hälfte der in Los Angeles vertonten Filme steht irgendwo im Orchester-Scoring-Raum ein Mikrofon der 44er-Serie.
2002 ging AEA weiter und schuf sein erstes eigenes Design – das R84: ein leichteres, wendigeres Bändchenmikrofon mit erweitertem Hochtonbereich und kontrollierterem Nahbesprechungseffekt, das sofort zu einem der beliebtesten Bändchenmikrofone auf dem Markt wurde. Und weil Bändchenmikrofone die richtigen Vorverstärker verlangen – hohe Eingangsimpedanz, enorme saubere Verstärkung –, entwickelte AEA eine eigene Linie: TRP (The Ribbon Pre) und den RPQ mit eingebautem High-Shelf-EQ, die beide bis heute der Maßstab für Bändchen-Preamps sind.
Heute reicht das AEA-Sortiment von ikonischen Modellen wie dem R44 (originalgetreuer RCA-Nachbau) über R84/R84A und das Stereomodell R88 bis zu den Nahfeldmikrofonen der N-Serie (N8, N22, N28) und aktiven Versionen mit eingebautem Preamp. Alles wird in Pasadena, Kalifornien, von Hand aus Bauteilen höchster Qualität gefertigt. 2017 wurde das R44C in die NAMM TECnology Hall of Fame aufgenommen – eine Auszeichnung für Equipment, das die Branche wirklich verändert hat.
AEA ist die Wahl für alle, die glauben, dass der schönste Klang nicht aus einem Algorithmus kommt, sondern aus einem dünnen Streifen Aluminiumfolie im Magnetfeld – genau wie vor 90 Jahren.


